Constantin Luser
Spatial poetics
Ausstellungseröffnung: 24. April 2026
Ausstellungsbesichtigung ab 18:00 Uhr
Live-Performance "Sound-Drawing" um 20:00 Uhr
Dauer der Ausstellung bis 19. Juni 2026
>> Galerientage 24. – 26. April 2026
>> Sonderöffnungszeiten
>> FR 18-22 Uhr | SA 11-19 Uhr | SO 11-17 Uhr
Programm Galerientage
Constantin Lusers künstlerische Praxis basiert auf der Linie – doch nicht als Umriss oder Vorzeichnung, sondern als eigenständige räumliche Sprache. Er transformiert Zeichnung aus der Fläche in den Raum, formt sie aus feinem Messingdraht zu fragilen, begehbaren Strukturen.
Diese „Raumzeichnungen“ sind keine Objekte im klassischen Sinn, sondern Zustände: offene Systeme aus Beziehungen, Spannungen und Resonanzen. Sie erschaffen Räume, die nicht abschließen, sondern Wahrnehmung erweitern.
Die Linie emanzipiert sich in Lusers Werk von ihrer dienenden Funktion. Sie wird zum Handlungsträger, zur Verbindung, zum Raumereignis. Statt Grenzen zu ziehen, erzeugt sie Zwischenräume. Statt Klarheit zu behaupten, lässt sie Komplexität zu. In einer Gegenwart, die von Vereinfachung, Kontrolle und Polarisierung geprägt ist, formuliert diese Praxis eine stille Gegenposition: eine Ästhetik der Offenheit, der Durchlässigkeit und der Beziehung.
Neben Zeichnungen und Raumzeichnungen erweitert Luser seine Praxis durch Spiegelglasmalereien. Auf reflektierenden Flächen treffen präzise Linien auf wolkig-fließende, organische Farbformen. Diese Arbeiten sind grundsätzlich instabil: Sie verändern sich mit Licht, Bewegung und der Anwesenheit der Betrachtenden. Raum, Körper und Bild überlagern sich permanent. Wahrnehmung wird nicht bestätigt, sondern in Bewegung versetzt. Das Werk existiert nie isoliert, sondern immer in Relation zu seinem Umfeld. So entstehen Bilder, die die eigene Wahrnehmung herausfordern, Reflexion verzerren und zugleich neue Perspektiven eröffnen – ein Spiel zwischen Konstantem und Veränderlichem, zwischen Bild, Raum und Selbst.
Constantin Luser * 1976 in Graz, lebt und arbeitet in Wien. Er studierte u.a. an der Universität für Angewandte Kunst Wien Visuelle Medien bei Brigitte Kowanz. Luser hatte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. im Belvedere Wien, im NGBK Berlin, im Centre Culturel Suisse, Paris, im Palais de Tokyo, Paris, im Kunsthaus Graz, Albertina Wien und in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt a. Main. Kunst am Bau Arbeiten befinden sich u.a. in der Postgeneraldirektion, im Musiktheater Linz und im Österreichischen Parlament. 2020 wurde Luser mit dem Dagmar Chobot Skulpturenpreis ausgezeichnet.
Ape, 2020
Brass, lacquered
90 x 80 x 70 cm
Spiegelmalerei, 2024
Spiritusaquarell hinter UV-Glas
80 x 100 cm
o.T., 2016
Kugelschreiber auf Papier
70 x 100 cm